Niederlaufhundbesitzer kennen es: man wird angesprochen. Jedesmal, wenn man den Hund an der Leine hat. Egal wo. 
„Was ist das für ein Hund?“ in jeder Sprache und jedem Dialekt. Meist mit einer Antwort gleich dazu: „Ein hochbeiniger Beagle, nicht?“, oder“ „Ein Dackelmix, gell?“ oder auf sächsisch “Ä bunnder Daggl?“

Wer sich für sehr kompetent hält, meint vielleicht mit Kennermiene: „Das ist eine Bracke!“ und hat Recht damit.

Schweizer Niederlaufhunde gehören zu den Bracken, das sind Jagdhunde die mit tiefer Nase (Nase am Boden, auf der Spur) ausdauernd (!)  laut jagen (sie bellen dabei). 
Ihre nächsten Verwandten sind die französischen Laufhunde, die bereits am Hofe des Sonnenkönigs für die Hohe Jagd gezüchtet wurden,  und die Schweizer Laufhunde.
Eben diese Schweizer Laufhunde wurden vor gut 100 Jahren plötzlich nicht mehr für die Jagd benötigt, da das Jagdrecht der Schweiz von Patent- auf Revierjagd umgestellt wurde. So hochläufige Hunde wären die nun viel kleineren Reviere unbrauchbar und würden das Wild „tothetzen“, hieß es.

Da aber Laufhunde sehr schöne und edle Hunde mit besten Jagdeigenschaften sind, entschlossen sich Liebhaber und Züchter, die Rasse an die neuen Gegebenheiten anzupassen, durch Einkreuzen niederläufiger Hunderassen. Aus diesen Zuchtversuchen mendelte sich nach und nach ein niederläufiger Jagdhundschlag mit den gleichen guten Jagdeigenschaften und den edlen Köpfen und dem wohlklingenden Geläut der Laufhunde heraus-der Schweizer Niederlaufhund war entstanden!

Bis vor wenigen Jahren waren nur vier Farbschläge zugelassen, der 

Berner Niederlaufhund (weiß-schwarz mit lohfarbenen Abzeichen)
Schwyzer Niederlaufhund (weiß mit orange-roten Platten)                           
Luzerner Niederlaufhund (blaue, stark gesprenkeltes Haarkleid)
Jura Niederlaufhund (schwarz mit lohfarbenen Abzeichen)

Da es aber nur relativ wenige Tiere gibt, die nicht farbrein in Schönheit aussterben sollten, hat man sich in Absprache mit Genetikern dazu entschlossen, die Farbschläge untereinander zu kreuzen. 

Diese Maßnahme war ein voller Erfolg, die Tiere sind nun nicht mehr so inzuchtbedroht, die genetische Vielfalt ist wieder gesichert.  Alle Farbschläge und Farbschlagmischungen werden nun unter der Oberbezeichnung Schweizer Niederlaufhunde geführt.
Bei Welpen die aus vom SNLC oder VDH anerkannten Verpaarungen stammen, kann man als Käufer von gesunden, wesensfesten und rassetypischen Hunden ausgehen.